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Kooperationen mit Pflegeheimen

Das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung (HPG) stellt seit 1. Juli 2016 bezüglich Hospiz- und Palliativversorgung neue Anforderungen an Pflegeheime. Sie müssen mit einem Hospiz- und Palliativnetz zusammenarbeiten und ihre Bewohner individuell und umfassend zur Betreuung in der letzten Lebensphase beraten (§ 132g SGB V).

Der AHPV e.V. ist ein solches "Hospiz- und Palliativnetz", in dem auch Pflegeheime und Träger von Pflegeheimen engagiert sind. Um nicht nur Kooperationsverträge "für die Schublade" zu unterzeichnen, hat der AHPV-Vorstand beschlossen, diese Anforderungen an Alten- und Pflegeheime aufzugreifen und echte (= gelebte) Kooperationen zu schaffen.

Palliativbeauftragter für die Vernetzung mit den Alten- und Pflegeheimen

Wichtig ist dem AHPV hier vor allem, dass die Anforderungen des HPG dazu führen, dass die Pflegeheime ihre Hospiz- und Palliativkultur weiterentwickeln. Hierfür sollen die Heime Hospiz- und Palliativbeauftragte einsetzen, die diese Anforderungen sowohl im Heim als auch in der Vernetzung nach außen umsetzen. Da die Pflegeheime ihre Kooperationen laut HPG im Rahmen der Qualitätsprüfungen nachweisen müssen, gibt es hierfür einen Kooperationsvertrag, der die Vernetzung dokumentiert.

Ziele der Kooperationsverträge

Langfristiges Ziel ist, dass sich die Hospiz- und Palliativversorgung in der Region tatsächlich verbessert. Dies ist in § 1 des Kooperationsvertrags formuliert:

§ 1 Ziele und Durchführung

(1) Oberstes Ziel dieser Kooperation ist es, jedem Heimbewohner ein Leben bis zuletzt in seiner vertrauten Heimumgebung zu ermöglichen. Dies kann nicht durch einzelne operationalisierbare Maßnahmen erreicht werden, sondern hierzu soll eine Heimkultur neu geschaffen bzw. weiterentwickelt werden, die dies möglich macht (Entwicklung einer "Hospizkultur").

(2) Um dieses Ziel zu erreichen, sollen in Alten- und Pflegeheimen Hospiz- und Palliativbeauftragte benannt werden, die das unter (1) genannte Ziel individueller Palliativversorgungen im Heim durch strukturelle und prozedurale Weiterentwicklungen voranzubringen (Meso- oder Organisationsebene). Durch die Einführung einer Hospiz- und Palliativbeauftragten im Alten- und Pflegeheim erhalten sowohl die ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienste als auch die Versorger der allgemeinen wie spezialisierten ambulanten Palliativversorgung einen direkten und verantwortlichen Ansprechpartner je Heim. Die Hospizidee wird damit zu einem integralen Bestandteil der Heimkultur weiterentwickelt.

(3) Auf einer solchen Hospizkultur aufbauend soll eine Verbesserung der individuellen Palliativversorgung und hospizlichen Begleitung erreicht werden und es soll den Bewohnern ermöglicht werden, bis zum Tode in der vertrauten Heimumgebung betreut zu werden. Wenn möglich sollen Heimbewohner nicht mehr im Sterben oder zum Sterben in ein Krankenhaus verlegt werden müssen – es sei denn eine palliativmedizinische Indikation besteht (Mikro- oder Individualebene).

(4) Durch die Vernetzung aller Hospiz- und Palliativbeauftragten mit den ambulanten Partnern sowie dem regionalen palliativ-hospizlichen Netzwerk des Augsburger Hospiz- und Palliativversorgung e.V. sollen über die Mesoebene eines einzelnen Heims hinaus Abstimmungs- und Verständigungsprozesse erreicht werden, die dazu beitragen, dass der Lebens- und Sterbeort Altenheim ein guter Ort ist (Makro- oder Vernetzungsebene).

Wer hat bereits Kooperationsverträge unterzeichnet?

Für den AHPV e.V. sind die neuen gesetzlichen Forderungen ein willkommener Anlass, mit den Heimen darüber ins Gespräch zu kommen, wie sich die Hospiz- und Palliativkultur als Teil der Heimkultur für die BewohnerInnen weiterentwickeln kann.

Mit folgenden Heimen wurden Kooperationsverträge unterzeichnet:

  • Christian-Dierig-Haus (AWO Augsburg)
  • Dr. Georg Frank Altenstiftung (Stadtbergen)
  • Seniorenzentrum Hammerschmiede (AWO Augsburg),
  • Seniorenzentrum Haus Raphael (Schwabmünchen)

Weitere Kooperationen werden verhandelt.

Wie soll eine "Hospiz- und Palliativkultur" entwickelt werden?

Bei diesen Kooperationsgesprächen geht es vor allem darum, wie die Hospiz- und Palliativkultur im Miteinander verbessert werden kann. Angesichts der allseits bekannten Herausforderungen für Pflegeheime ist es dem AHPV wichtig, aktiv und offen auf die Heime zuzugehen. Die Verträge enthalten konkrete Schritte, z.B. wie die Zusammenarbeit gestaltet oder welche Qualifikationen nach und nach nachgewiesen werden müssen. Dabei wird gemeinsam vereinbart, welche Verbesserungen realistisch umsetzbar sind. Über die konkreten Verbesserungen der Hospizarbeit und Palliativversorgung auf der Handlungsebene soll sich langfristig eine lebensbejahende Hospiz-Palliativkultur in den Heimen etablieren.

Hierfür ist die Ernennung einer Hospiz- und Palliativbeauftragten im Pflegeheim ein zentraler Schritt: Sie ermöglicht die interne Weiterentwicklung und Veränderung von Prozessen sowie externe Vernetzungen. Dies wird nur gelingen, wenn die Heimleitung und der Träger hinter der Umsetzung der Hospizkultur stehen. Der AHPV e.V. bietet hier ausdrücklich und aktiv seine Unterstützung beim Aufbau der Hospiz- und
Palliativkultur an, immer in Abhängigkeit vom Bedarf und den Wünschen des jeweiligen Heimes. Zudem organisiert er die netzwerkseitigen Aktivitäten, z.B. Fallkonferenzen, Arbeitstreffen zu organisationsübergreifenden Weiterentwicklungen und Forderungen gegenüber der Politik nach verbesserter Finanzierung der neuen Leistungen. Darüber hinaus bietet er Fort- und Weiterbildungen an und fördert diese nach Möglichkeit.

Fort- und Weiterbildungsangebot

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