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i-APV: integrierte allgemeine Palliativversorgung

2018 erfolgte der Einstieg in eine neue Versorgungsleistung, die i-APV. Sie wird in enger Kooperation mit verschiedenen Versorgungspartnern erbracht.

Hintergrund dafür ist, dass es in der ambulanten Palliativversorgung bisher nur zwei Möglichkeiten gab: die „Allgemeine“ ambulante Palliativversorgung (AAPV) und die „Spezialisierte“ (SAPV). Es gibt jedoch einzelne Gruppen von Palliativpatienten, die zwar eine aufwändigere Versorgung brauchen, jedoch die Voraussetzung für die SAPV nicht erfüllen. Es wird dann schwierig, diese Patienten zuhause zu versorgen und oft bleibt den Patienten nur der Ausweg, in ein Heim zu gehen – was diese aber nicht immer wollen.

Wie kann die besondere Versorgung funktionieren?

Die zentrale Frage ist, wie diese Palliativpatienten in der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung (AAPV) zuhause angemessen versorgt werden können.

Hierfür entwickelte die Augsburger Palliativversorgung gGmbH gemeinsam mit der GWQ ServicePlus AG, der Audi und der Siemens Betriebskrankenkasse das Modell einer abgestuften Palliativversorgung in der Region Augsburg. Dafür wurden 9 Patientengruppen mit spezifischen Aufwänden identifiziert, für die eine solche i-APV in Frage kommt:

  • Die Gruppen 1 – 5 sind Palliativpatienten mit onkologischer Grunderkrankung, die einen zusätzlichen Aufwand haben, z.B. Schmerzpumpe, Tracheostoma oder exulzerierende Tumorwunden.
  • Die Gruppen 6 – 9 sind Patienten mit neurologischen Erkrankungen: Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Multiple Sklerose, Morbus Parkinson und Demenz.

Damit diese Versorgung in der Region überhaupt geleistet werden kann, wurde im März 2015 die Satzung der Augsburger Palliativversorgung gGmbH ergänzt. Der § 2 Absatz 2 lautet nun wie folgt – Ergänzung kursiv:

(2) Die Gesellschaft wird mit Ausnahme von Leistungen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (§§ 37b, 132d SGB V) keine weiteren Versorgungsleistungen erbringen. Ausgenommen davon sind Leistungen der allgemeinen ambulanten Palliativversorgung (AAPV), die nur nachrangig zu den AAPV-Leistungserbringern im Rahmen eines integrierten Versorgungsvertrags erbracht werden dürfen.
Die Gesellschaft ist aktiv daran interessiert, diese Leistung im Einvernehmen mit den weiteren palliativen wie hospizlichen Leistungserbringern auszuüben.

Finanziert wird diese ergänzende Versorgung durch einen Besonderen Versorgungsvertrag nach § 140a SGB V.

2015 bis 2017 verhandelte der Vorstand der Augsburger Palliativversorgung gemeinnützige GmbH (Verhandlungsführer Eckhard Eichner, unterstützt von Eckard Rasehorn, Christine Deschler und Ralf Otte) diesen Vertrag mit der GWQ Service Plus AG und einigen Krankenkassen. Es wurden die inhaltlichen Fragen des Vertrags geklärt, also Patientengruppen festgelegt sowie Qualifikationsanforderungen für Palliativpflegedienste und Palliativmediziner definiert, und die Vergütungen ausgehandelt.

Was ist das Ziel der besonderen Versorgung?

Ziel ist, dass für bestimmte Patienten Krankenhauseinweisungen und Notarzteinsätze verhindert werden, die den Patienten stark belasten, von ihm nicht gewollt sind und die auch palliativmedizinisch nicht indiziert sind. Stattdessen soll eine sichere und optimierte Palliativversorgung in der vertrauten Umgebung ermöglicht werden.

Die i-APV startete zum 1.1.2018. Damit ist Augsburg die erste Region in Deutschland, die eine abgestufte Palliativversorgung auch im ambulanten Bereich realisieren kann.

Wie entsteht das Versorgungsnetzwerk?

Die praktische Herausforderung ist nun, ein entsprechendes (Versorgungs-)Netzwerk aufzubauen, damit dann, wenn die ambulante Palliativversorgung nicht mehr ausreicht, die integrierte ambulante Palliativversorgung nahtlos ergänzt und übernimmt. Hierfür müssen Kooperationsverträge abgeschlossen werden, damit die Rahmenbedingungen klar sind.

Erste Versorgungsverträge wurden unterzeichnet mit:

  • Universitätsklinikum Augsburg
  • APO-CARE (Pflegedienst)
  • Pflegedienst Deschler

DGP-Preis für die Entwicklung der i -APV

Am 7. September 2018 erhielt das Konzept „integrierte Allgemeine Palliativversorgung“ (i-APV) den Anerkennungs- und Förderpreis für Ambulante Palliativversorgung. Der Preis wird von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ausgeschrieben und wurde auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin in Bremen verliehen.

Das preisgekrönte Konzept zum Aufbau einer abgestuften Palliativversorgung in der Region Augsburg entwickelte der AHPV zusammen mit der GWQ ServicePlus AG. Die Auszeichnung belegt, dass die i-APV nachweislich einen „wesentlichen Beitrag zur ambulanten Palliativversorgung“ darstellt und sich GWQ und AHPV damit um die „Qualitätsentwicklung der ambulanten Palliativversorgung verdient gemacht“ haben. Das von der Grünenthal GmbH gestiftete Preisgeld in Höhe von 3.330 Euro wird von der GWQ und der AHPV zur Hälfte gespendet, die andere Hälfte wird zur Fortentwicklung des Projekts eingesetzt. Mit dem 2018 zum 11. Mal vergebenen Preis werden Personen, Gruppierungen oder Institutionen ausgezeichnet, durch deren Arbeit die Qualität der ambulanten Palliativversorgung verbessert wird und die nach Meinung der deutschen Palliativmediziner weitergeführt werden sollte.

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