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Was für ein Theater! Bunt und lebendig - Auftakt für die erste Hospizwoche in Stadt und Landkreis Augsburg

Politisch prominent und ausgesprochen unterhaltsam startete am Samstag die Hospizwoche im Annahof in Augsburg. Die Aktionswoche rund um den Welthospiztag findet erstmalig in Stadt und Landkreis Augsburg statt. Ein Flashmob mit dem berühmten Gefangenenchor aus der Oper Nabucco und ein Impro-Theater zeigten zum Auftakt auf ungewöhnliche Art und Weise, was Hospizarbeit leisten kann und dass das jeden angeht. Veranstalter war die Augsburger Hospiz- und Palliativversorgung e.V. (AHPV) gemeinsam mit allen Hospizvereinen in Stadt und Landkreis Augsburg.

Landtagsabgeordnete Carolina Trautner, Oberbürgermeister Dr. Florian Freund und stellvertretende Landrätin Sabine Grünwald – schon die Liste der Grußwortredner signalisierte etwas Besonderes. Und die Grußworte selbst wagten sich hinein in die Tabuzone Sterben und Tod, Tenor: Die Hospizbewegung, die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, leisten Herausragendes. Aber Sterben und Tod  bleiben dennoch in unserer Gesellschaft im Verborgenen, obwohl es jeden Menschen betrifft: oft als Angehörige und Freunde, aber mit Sicherheit auch selbst und persönlich.

Nachdenklich machte der Vortrag von Johannes Lieb. Der Dipl.-Finanzwirt, Kulturwissenschaftler, Philosoph und ehrenamtlicher Hospizbegleiter bei der ökumenischen Hospizgruppe Bobingen e.V. betitelte die Hospizarbeit als Lichtblick in einer a-mortalen Gesellschaft. Diese unsere Gesellschaft kämpfe ständig gegen Schwäche, Altern und Tod und verdränge das Sterben. Das verhindere, dass Menschen einen persönlichen Umgang mit dem Sterben einübten. Johannes Liebl vertrat die These: „Das Sterben ist der wichtigste persönliche Akt im Leben eines jeden Menschen.“ Es ist unumkehrbar. Es gibt keine Antwort auf die Frage nach dem danach. Und man muss es selbst machen. Sterben gibt es nicht in passiver Form: Ich werde gestorben?

Dem Verdrängen des Todes und der Illusion von Unsterblichkeit stellen die Hospizvereine ihre Haltung gegenüber: „Wir kommen, wir setzen uns hin, wir sind da – und wir bleiben“, so Mirela Wollner, Hospiz-Koordinatorin in Bobingen.  Das Wertvollste, was hauptamtliche und ehrenamtliche Hospiz-Mitarbeitende schenken, ist Zeit, dazu Aufmerksamkeit und Verlässlichkeit. Sie bringen den Tod nicht zum Verschwinden, aber sie begleiten Sterbende in ihrem sozialen Umfeld, stellen Würde und Beziehung in den Mittelpunkt. So bekommt der Tod wieder einen Platz im Leben. Das hat viele Aspekte und Facetten – wie viele, das zeigten Kurzreferate von allen weiteren Hospizvereinen aus Stadt und Landkreis Augsburg, zum Beispiel Mitmachen! - als Ehrenamtliche in der Hospizarbeit, das stationäre Hospiz als Zuhause, Kinder- und Jugendhospizarbeit, Hospizarbeit im Pflegeheim oder wie Trauernde begleitet werden. Eine fulminante Impro-Show des Sensemble-Theaters rundete die Auftaktveranstaltung im Annahof ab.

Die Vereine sind es auch, die mit Veranstaltungen die ganze Woche die Hospizbewegung sichtbar machen und den Menschen die Berührungsängste nehmen wollen, alles unter dem Motto „Wir begleiten Leben. Fachlich stark. Menschlich nah.“ Es gibt Kino, Theater, Singen, Spiele, Vorträge, Kurse, Vernissage, Workshop, Tage der offenen Tür bis hin zum Glücks(momente)rad. Veranstaltungsprogramm mit allen Informationen unter: www.hospizwoche-augsburg.de